In unserem Blogbeitrag zum Thema Mehrsprachigkeit in Apotheken haben wir erklärt, warum es so wichtig ist, auch darauf vorbereitet zu sein, dass nicht jeder Kunde deutschsprachig ist. Wir sind darauf eingegangen, dass eine Verbesserung der Kommunikation in verschiedenen Sprachen nicht nur ein besseres Serviceerlebnis für Deine Kunden mit sich bringt, sondern Deiner Apotheke auch ein Alleinstellungsmerkmal und somit einen Wettbewerbsvorteiĺ bietet. Nun geht es ans Eingemachte: Welche Sprachen sollten besondere Beachtung bekommen? Wie kannst Du Deinen Kunden eine Übersetzungsmöglichkeit vor Ort bieten? Welche Tools eignen sich für die Online-Präsenz, welche für die Vor-Ort-Apotheke? All dies erfährst Du in diesem Artikel.

Welche Sprachen solltest Du beherrschen?

Natürlich kann niemand erwarten, dass Du alle Sprachen dieser Welt fließend beherrschst. Oftmals zeichnet sich jedoch eine bestimmte Zielgruppe in Deinem Standort ab. Vielleicht lockt Dein homöopathischer Ansatz eine bestimmte demografische Gruppe an oder Deine Nachbarschaft wird von einer Bevölkerungsgruppe mehr dominiert als von einer anderen. Nahe eines Flüchtlingszentrums werden Dir natürlich mehr Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten, Afrika oder Osteuropa begegnen und in der Nähe des Hauptbahnhofes oder des Flughafens wird die Laufkundschaft ebenfalls immer internationaler. Du kennst Deine Zielgruppen und Deine Kundschaft am besten. Überlege einmal selbst, ob es wirklich Sinn macht, eine bestimmte Sprache zu erlernen. Oftmals freuen sich Menschen schon, wenn sie mit einem „Hallo“ in ihrer Muttersprache begrüßt werden. Natürlich ist es für Dich vor allem wichtig, die Angaben zu häufigen Krankheiten in verschiedenen Sprachen zu verstehen.

Bestimmte Phrasen, Krankheiten und Symptome in verschiedenen Sprachen

Es wird häufiger nach Aspirin oder Verhütungsmitteln gefragt als nach komplexen verschreibungspflichtigen Medikamenten. Kopfschmerzen, Erkältung, Blasenschwäche oder Pollenallergien sind Leiden, die in Deutschland häufiger auftreten als Ebola oder Multiple Sklerose. Suche Dir also bewusst Krankheitsbilder, Symptome und Medikamente heraus, die in der Vergangenheit häufig verlangt oder beschrieben wurden, und fertige Dir Deine ganz eigene Übersetzung in den häufigsten Sprachen an. Zum Beispiel könntest Du Dir eine Liste machen und diese in Deiner Apotheke aushängen. In einer Spalte steht der deutsche Begriff, in einer weiteren der spanische, französische, englische, türkische, arabische, chinesische, russische und so weiter. Auch ein Bild könnte die Tabelle zum besseren Verständnis ergänzen. Eine solche Grafik kann ein erster Schritt sein, Dir selbst die wichtigsten Begriffe in verschiedenen Sprachen einzuprägen, und kann außerdem für Kunden, die nach einem bestimmten Begriff oder Medikament suchen, als Aushängeschild in der Offizin genutzt werden.

Go digital

Einfacher und zeitgemäßer wird die Thematik, indem sie in die digitale Welt verlagert wird. Wie wäre es beispielsweise mit einem Tablet am Counter, das mit einer Übersetzungs-App ausgestattet ist – statt ein Bücherregal mit Wörterbüchern in acht verschiedenen Sprachen aufzubauen? Helfer wie Google Translate können inzwischen nicht nur Wörter oder Sätze übersetzen, es können sogar Texte auf Fotos erkannt und übersetzt werden. So müssen Kunden nur ein Foto von einem Rezept oder einem ärztlichen Bericht mitbringen und können diese vor Ort direkt übersetzen lassen, ohne jedes Wort einzeln abtippen zu müssen. Übersetzungs-Apps sind außerdem im App Store und im Google Play Store zu finden und oft kostenlos.

Das Übersetzungstool vom APOTHEKEN FACHKREIS

Willst Du Bewährtem treu bleiben, bietet Dir der APOTHEKEN FACHKREIS auch ein hauseigenes Tool für Übersetzungen. Dieses kannst Du über die Dir bekannte Service- und Beratungs-App bzw. über das SERVICE-TERMINAL nutzen. Die Übersetzungsfunktion enthält 22 Sprachen. Außerdem können über diese Funktion übersetzten Wörter oder Passagen zurückverfolgt werden, indem man scrollt. Missverständnisse sind damit passé. Auch einen „Häufig verwendet“-Button gibt es hier, so dass nicht alles manuell getippt werden muss. Weitere Infos zu unserem Übersetzungstool findest Du hier.

Übersetzungen im Internet

Hast Du Deine eigene Homepage oder Deinen eigenen Online-Shop? Dann schau Dich mal unter den Tools um. Bei den meisten größeren Website-Diensten, wie Blogger oder WordPress, wird ein Übersetzungstool angeboten, das mit wenigen Klicks in die eigene Webseite integriert werden kann. Ist dies nicht der Fall, gibt es hier eine detaillierte Anleitung von Google, wie ein Übersetzungstool auf die eigene Homepage gebracht werden kann. In jedem Fall sollte ein solches Tool auf keiner Homepage fehlen. Nicht nur lässt Dich Mehrsprachigkeit internationaler wirken und erhöht somit die Kundschaft, es gehört inzwischen auch zum ABC des guten Service.

Vorbereitet für den Ernstfall

Ob digital oder traditionell mit Wörterbüchern: Eine Mehrsprachigkeit in der Offizin sowie auf der eigenen Website und im eigenen Online-Shop sind in unserer globalisierten Welt wichtig. Kommt es zu einem Notfall und dem Patienten kann wegen Verständigungsproblemen nicht geholfen werden, wäre das tragisch. Sei darum besser früher als später vorbereitet, um Missverständnisse, Fehler in der Medikamentierung oder Dosierung zu vermeiden und Deinen Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Somit erweiterst Du im Bestfall Deine Laufkundschaft sowie Deine Online-Kundschaft um einige Neuzugänge, da diese bei Dir keine Angst vor Sprachbarrieren oder peinlichen Pantomime-Momenten haben müssen.