Kurzportrait von Boris Schwarz

  • Boris ist Experte für Gesundheit und mehr Lebensenergie mit dem Schwerpunkt Ernährung und Fitness, darüber hinaus gefragter Speaker sowie freier Dozent und Buchautor.
  • Mit seiner Expertise aus über 20 Jahren Erfahrung, zeigt er Menschen auf, wie sie durch eine optimierte Ernährungs- und Bewegungsweise nicht nur schlanker und fitter, sondern auch gesünder und leistungsfähiger werden.
  • Im Rahmen dieser Tätigkeiten hat er die erfolgreiche und in der Praxis erprobte »8-Diamanten-Strategie« sowie das »8-Minuten-Anti-Stress-Workout« entwickelt.

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Norman: Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. Heute wird es bei uns in der Show sportlich, denn mein Interviewgast ist DER Gesundheitsmotivator und einer der gefragtesten Speaker seines Fachs: Boris Schwarz. Boris, schön, dass Du da bist. Vielen Dank für Deine Zeit! Bist Du ready und wollen wir loslegen?

Boris: Hallo Norman! Danke, ich freue mich dabei zu sein.

Norman: Schön!

Boris: Kann losgehen! #0:00:41.7#

Norman: Boris, Du bist Experte für Gesundheit und mehr Lebensenergie mit dem Schwerpunkt Ernährung und Fitness. Darüber hinaus – wie bereits im Intro angekündigt – gefragter Speaker sowie freier Dozent und Buchautor. Mit Deiner Expertise aus über 20 Jahren Erfahrung zeigst Du Menschen auf, wie sie durch eine optimierte Ernährungs- und Bewegungsweise nicht nur schlanker und fitter, sondern auch gesünder und leistungsfähiger werden.

Im Rahmen dieser Tätigkeit hast Du die erfolgreiche und in der Praxis erprobte 8 Diamanten – Strategie, sowie das 8 Minuten Anti Stress Workout entwickelt. War das so als kleiner Überblick über Dich erst mal richtig?

Boris: Das ist alles exakt so, ja. Das fasst es gut zusammen, ja. Da hast Du gut recherchiert. #0:01:24.8#

Norman: (lacht) Das waren die Infos, die Du mir gegeben hast.

Boris: Echt? Ja, okay.

Norman: Boris, damit Dich unsere Zuhörer noch ein bisschen besser kennenlernen können: Stell Dich doch vielleicht selber noch einmal kurz vor. Wer ist der Boris privat und was genau Dein Business ist.

Boris: Ich bin im Prinzip – und so ist das alles auch entstanden – zum einen leidenschaftlicher Sportler, der immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist und so kommt es eben, dass ich ganz viele Sportarten in meinem Leben schon durchwandert habe und immer wieder auf der Suche nach Neuem bin. Zuletzt war das diese Show Ninja Warrior, da war ich dann relativ schnell wieder raus, aber immerhin unter den besten 240. Letztlich bin ich  an einer Gleichgewichtsübung gescheitert.

Die Leute mich immer wieder fragen “Boris, wie kommst Du eigentlich dazu? Was ist Deine Motivation?” Bei mir war es im Nachhinein betrachtet ein Schlüsselerlebnis. Mir war das zu dieser Zeit natürlich nicht so bewusst, aber im Jahr 2000 ist einer meiner besten Freunde an Krebs erkrankt. Er hatte einen sehr seltenen Krebs, Thymusdrüsenkrebs. Der Krebs hatte auch schon gestreut, als die Ärzte die Diagnose stellten und wir haben damals beide Kraftsport gemacht, hatten um die 90 kg, also er auch und die Ärzte gaben ihm damals drei bis sechs Monate. Er nahm relativ schnell viel ab. Heute weiß ich, dass die Krebszelle bis zu 30% mehr Energie benötigt als die gesunde Zelle und um diesem extrem schnellen Gewichtsverlust gegen zu steuern habe ich ihm ein hochkalorisches Kohlenhydratgetränk besorgt. Das würde ich heute nicht mehr tun.

Heute weiß ich Jahre später, aufgrund der Literatur zu diesem Thema, dass sich viele der Schulmediziner noch dagegen sträuben, weil sie sagen, dass es nicht die eindeutige Studie gibt. Ich will da nicht zu hoch wissenschaftlich werden, aber ich möchte einen Buchtitel nennen: Das ist von Frau Dr. Ulrike Kämmerer “Krebs liebt Zucker” und die Zelle ernährt sich in erster Linie von Zucker, von Kohlenhydraten letztlich.

Jetzt komme ich wieder zurück zu meinem Kumpel: Die Ärzte gaben ihm drei bis sechs Monate. Ich habe wie gesagt versucht ihn aufzupeppen. Er war ein richtiger Kämpfer, er wollte leben und er ist letztlich fünf Jahre später mit einem Körpergewicht von 38 Kg gestorben.

Ich bin dann im Nachhinein über diese Literatur gestoßen und seitdem will etwas aus mir heraus. Ich möchte Menschen einfach aufklären. Ich bin der festen Überzeugung, dass es vielen Menschen einfach nicht bewusst ist, dass sie mit bewusster Ernährung – Bewegung – Training, dass diese Dinge dazu beitragen, dass wir gesünder sind; dass wir möglicherweise unseren Lebensabend vitaler und mobiler verbringen können; dass wir einfach mehr Lebensfreude haben. Und das ist im Prinzip alles was wir wollen. Für mich gibt es einen Unterschied zwischen gesunder und bewusster Ernährung, weil die gesunde Ernährung gibt es nicht.

Da kann ich heute sagen, das ist auf das Ereignis mit meinem besten Freund damals zurückzuführen. Seitdem möchte etwas aus mir heraus und ich könnte jetzt noch weiter erzählen, weil jetzt spanne ich den Bogen zu meinem Beruf. Ich stehe auf Bühnen, gebe Seminare, Vorträge und da ist es mir wichtig, dass die Leute Impulse mitnehmen, die sie direkt umsetzen können. Und zwar, weil sie sie verstanden haben. Wir wissen zum Beispiel alle, dass wir mehr Wasser trinken sollten. Das wissen wir alle – ich erzähle da nichts Neues. Ich öffne den Leuten die Augen und erkläre zum Beispiel warum. Warum ist Wasser wichtig? Was macht Wasser in unserem Körper? Und das ist ein Punkt, den jeder ändert, nachdem sie mich kennengelernt haben oder einen Vortrag oder ein Seminar von mir besucht haben. Das ist jedenfalls die Rückmeldung, die ich bekomme.

Das im Groben erst mal, ich hoffe das genügt für’s Erste zu meiner Person. #0:05:39.1#

Norman: Boris, man merkt, dass Du für das Thema brennst. Das finde ich großartig! Wie Du weißt, beschäftigen wir uns hier mit Markenführung und im Grunde ist das der gemeinsame Nenner den wir haben: Ernährung und Sport oder Bewegung und auf der anderen Seite eine Marke zu entwickeln; eine Marke zu führen. Das heißt, von innen heraus sich etwas entwickeln lassen. Also, dass von innen heraus ein Mindset entsteht, Sport zu machen oder mich bewusst – wie Du sagst – zu ernähren, aber auch von innen heraus eine Marke zu entwickeln. Deswegen habe ich Dich eingeladen und freue mich, dass Du zugesagt hast.

Doch bevor wir tiefer einsteigen, meine Frage, die ich immer am Anfang der Interviews stelle: Gibt es ein Erfolgsmantra, ein Zitat in Deinem Leben, was Dich nachhaltig bewegt hat; was Dich schon die ganze Zeit begleitet?

Boris: Wenn Du mich jetzt nach Büchern fragen würdest, könnte ich schneller Antwort geben. Ich habe einen eigenen Slogan und der heißt “Bewusst gut leben”. Den habe ich auch auf den Nummernschildern meiner Autos, auf den Visitenkarten, im Footer, es ist überall mein Slogan. Der begleitet mich und der bringt es im Prinzip auf den Punkt. Denn viele Menschen denken von mir im ersten Moment: Das ist ein völliger Asket und Das ist bestimmt so ein Kalorienzähler und hast Du nicht gesehen. Der hat wahrscheinlich seine letzte Pizza vor zwei Jahren gegessen oder sowas. Gar nicht!

Ich bin ein totaler Rotweinliebhaber als Beispiel und ich liebe auch die italienische Küche und ich liebe es auch mal über die Stränge zu schlagen, aber letztlich habe ich ein Maß gefunden und Bewusst gut leben. Das passt in jeden Lebensbereich. Ob es das Thema Stress ist, Training, Ernährung – wir wissen auch, einen Marathon laufen ist letztlich nicht gesund. Das Training zu finden oder regelmäßig zu laufen ist super gesund. Also dieses Maß zu finden. Dieses bewusst gut leben; bewusst essen, bewusst leben – darum geht es mir. Und das ist im Prinzip mein eigen kreiertes Mantra, wenn Du so willst oder meine Lebensexpertise. #0:07:41.7#

Norman: Ich hatte Dir ja im Vorgespräch gesagt, dass ich vor einem Jahr Papa geworden bin und finde jetzt gerade erst wieder seit sechs Wochen Zeit auch selbst wieder aktiv Sport zu machen und mich – und Jetzt provoziere ich Dich – gesund zu ernähren:  Warum hast Du vorhin gesagt “Gesunde Ernährung gibt es nicht, sondern bewusste Ernährung”?

Boris: Weil viel dabei Religionsmeinungen sind. Wer an eine Religion glaubt, der denkt, dass das was er denkt, das einzig Richtige ist und so bin ich nicht. Ich lasse den Leuten Spielraum. Wir Menschen sind so individuell wie unsere Fingerabdrücke und ich weiß auch, dass nicht jede Ernährungsform bei jedem Mensch funktioniert. Das ist das Eine und das Nächste: Was ist wirklich gesund? Es gibt kein 100% – in keinem Bereich.

Es gibt kein 100% gesund. Wenn ein Körper krank ist – mein Kumpel damals in diesem kranken Körper – da stecken auch gesunde Zellen. Und in unserem Körper, da sterben ständig Zellen ab. Es gibt kein 100% gesund. Und jetzt kurz vielleicht ein Beispiel zum Thema Religion und zum Thema Gesundheit: Wasser.

Das ist immer wieder mein zentrales Thema. Die Leute kommen nach dem Vortrag zu mir “Was für ein Wasser, Boris? Was soll ich für ein Wasser trinken? Beim Leitungswasser höre ich, dass es das reinste sein soll. Dann höre ich wieder, da werden viele Sachen nicht kontrolliert. Dann gibt es Plastikflaschen, es gibt Glasflaschen. Und die Plastikflaschen sind sowieso -”. Ich möchte da einen kurzen Strich drunter ziehen und sagen: Mir ist es erst mal wichtig, dass die Leute überhaupt Wasser trinken.

Und jetzt können wir alles noch versuchen perfekter zu machen, aber das perfekte Wasser gibt es nicht. Beispiel: Wenn Leute Plastikflaschen total verteufeln, dann frage ich immer “Okay, dann trinkst Du Wasser aus Glasflaschen. Wie wurde die Glasflasche gereinigt? Mit welcher Chemie-” was sie ja total vermeiden wollen “mit welcher Chemie wurde die Flasche gereinigt, bevor sie abgefüllt wurde?” Und dann fangen sie schon an nachzudenken. Dann sage ich “Ziehst Du es denn konsequent durch? Woraus isst Du Deinen Quark? Ist das nicht auch eine Plastikschale oder kaufst Du nur aus Gläsern? Wenn Dir das finanziell möglich ist nur Bio und vom Bauern zu kaufen, dann super! Da habe ich totalen Respekt vor, bloß auch das wird nicht 1005 gesund sein”. Selbst wenn ich mir die Sachen selbst im Garten anbaue. Von daher: Es gibt dieses 100% so nicht.

Noch ein letztes Beispiel: Ich war auf einer ernährungswissenschaftlichen Fortbildung in München – das werde ich nie vergessen. Da ging es um das Thema Wasser und wir hatten eine Heilpraktikerin in der Fortbildung. Die hatte ein eigenes Wasser dabei in Glasflaschen und ich möchte ja lernen. Ich frage solche Menschen dann. Nicht, um sie zu veralbern, im Gegenteil. Ich wollte von ihr wissen “Was ist das Besondere an Deinem Wasser?” Und ihre Antwort war “Gar nichts in diesem Raum”. Ich fragte sie, wie sie das nun wieder meint. Dann sagte sie “Ihr habt alle eure Handys dabei. Die senden Strahlungen aus. Das geht in mein Wasser und das ist nicht gesund”.

Das meine ich mit Religion. Sie glaubte das und ich denke, wenn Menschen ganz viel in dieses Thema reindenken, dass die irgendwann psychisch krank werden, sorry. Deswegen: Lieber bewusst gut. Wenn ich kein Wasser dabei habe und ich finde eine Plastikflasche in der Tankstelle, dann trinke ich aus der Plastikflasche und zur Not trinke ich auch aus dem Wasserhahn. Ich mache mich da nicht so verrückt. #0:11:03.6#

Norman: Du hast gerade von Glauben gesprochen. Wie wichtig ist das Mindset oder die innere Einstellung, dass ich konsequent dran bleibe; dass ich eine gewisse Disziplin an den Tag legen muss?

Boris: Ich verstehe die Frage nicht ganz. Natürlich, klar, um irgendetwas zu erreichen, brauchen wir Disziplin. Es wäre natürlich gut, wenn diese Motivation von unserem Inneren käme, weil es ist schwer Menschen von außen zu motivieren. Es muss von uns, von innen kommen und da sind meist die Handlungsimpulse entweder Angst oder Gier. Die Angst vor Krankheiten, etwas zu tun oder wie auch immer. #0:11:47.8#

Norman: Mit der inneren Einstellung meine ich natürlich, dass Du einen gewissen eigenen Glauben an Dich selber haben musst, damit Du das durchziehst. Ich merke das bei mir. Wenn ich mich nicht wirklich kontinuierlich jeden Tag mit mir selbst committe und sage, ich mache jetzt das Workout oder ich achte bewusst darauf, was ich esse, dann funktioniert es natürlich nicht.

Boris: Thema Selbstliebe meinst Du. Das ist auch übrigens eins meiner Themen in meinem Stressbuch. Der Titel verrät zwar nur, dass es da um einen Workout geht, aber es geht im ersten Teil auch um Stressvermeidungstechniken. Uns Dinge bewusst machen: Wie wichtig ist Geld? Wie wichtig ist unser Job? Du sagtest es eingangs: Die Leidenschaft.

Wenn Du Deinen Job nicht leidenschaftlich ausführst, dann wirst Du viel schneller in der Stressfalle landen. Wir, die unseren Job lieben… Ich kann am Ende der Woche nicht sagen, wieviele Stunden ich arbeite, weil ich alles was ich tue leidenschaftlich gerne mache und dann empfinde ich auch den Stress nicht als so negativ. Stress ist sowieso nicht negativ. Das erkläre ich in dem Buch auch.

Letztlich geht es darum, dass wir generell durch das bewusste gut leben dafür sorgen, dass es uns – dem wichtigsten Menschen in unserem Leben – gut geht, nämlich erst mal uns selbst. Wenn es uns gut geht, dann werden wir auch von unserem Partner, von unserer Familie, von unseren Mitarbeitern oder Kollegen viel angenehmer und positiver wahrgenommen. Aber das beginnt bei uns. #0:13:23.1#

Norman: Gibt es Rituale die Du tagsüber machst? Gibt es eine Morgenroutine, die sich immer wiederholt oder gibt es irgendwelche Momente des Tages, die immer gleich sind und die Dir wichtig sind?

Boris: (lacht) Jetzt erwischst Du mich. Wenn ich denn zuhause bin, dann genieße ich folgendes: Ich finde, es ist ein ganz großes Geschenk, dass ich ohne Wecker aufstehen kann. Dann brauche ich mindestens erst mal eine Tasse Kaffee und bitte nicht reden morgens, dass ich so langsam in die Gänge komme. Deswegen haben wir unser Gespräch auch nicht zu früh am Tag hier gemacht. Ich brauche erst mal ein bisschen, um in die Gänge zu kommen. Das ist mein Ritual, wenn ich zuhause bin.

Generell geht es mir darum auch immer dankbar zu sein. Für mich ist das ein ganz tolles Wort: Dankbarkeit. Und ich habe ein Dankbarkeitsritual, aber das wäre mir zu privat, darüber zu reden, aber es gibt sowas bei mir. Ich mache mir immer wieder bewusst, was ich für ein tolles Leben leben darf und dafür bin ich eben auch dankbar und das sage ich mir dann auch. Das sollte an der Stelle dann auch genügen. #0:14:34.4#

Norman: (grinst) Ja, ich mache das ähnlich wie Du. Ich habe eine App, in die ich drei Dinge eintrage für die ich dankbar bin. Also nicht immer wieder die gleichen: Für meine Frau, für meinen Sohn und für das Leben, das ich leben darf, sondern dass man ganz bewusst den Tag noch einmal Revue passieren lässt und diese drei Dinge, die an dem Tag passiert sind aufzuschreiben, für die man dankbar ist. Das finde ich auch extrem wichtig.

Boris: Sensationell. Eine schöne Übung. Die habe ich auch immer wieder an meine Klienten gegeben, als ich noch Personal Trainer war. Damals hatte ich das nicht als App, ich habe das einfach mit in die Notizen reingenommen auf dem Handy immer wieder mal. Das ist eine tolle Übung, um den Fokus zu verändern. Gerade für Menschen, die relativ negativ eingestellt sind; die immer wieder nur das Negative sehen. Die sehen das Positive gar nicht. Und wenn sie jetzt den ganzen Tag darüber nachdenken müssen, was ist denn positiv gewesen? Die werden mit dieser Übung mit der Zeit schneller die positiven Dinge wahrnehmen. Und das finde ich ist eine tolle Übung, cool. #0:15:33.9#

Norman: Absolut! Und vor allen Dingen erreicht es Dich innerlich auch. Wenn Du Dir Dinge bewusst machst und deswegen auch diese Dankbarkeitsübungen oder -rituale, dann erreicht Dich das innen. Dann macht das in Dir was. Das ist wie eine Art Selbstprogrammierung, wenn man so will.

Boris: Absolut, ja.

Norman: Sag mal, hättest Du drei Tipps zum Thema bewusste Ernährung? Worauf sollte man achten? Wie ernähre ich mich bewusst? Gibt es da drei Hacks von Dir?

Boris: Ich habe einen fünfteiligen Merksatz, den ich selbst sensationell finde. Das ist ein kleiner Augenöffner. Für manche. Möglicherweise auch nicht, aber für die meisten. Und zwar lautet dieser “Gib Deinem Körper, die Stoffe, sprich die Nährstoffe, in der Reihenfolge, aus denen er gesunderweise besteht.” An erster Stelle steht ganz klar das Wasser. Dann kommen Muskeln. Ich nehme mal einen Mann. Bei einer Frau kommt an der zweiten Stelle das Fett und dann erst die Muskeln. Aber wir nehmen mal so ein Sixpack-Modell. An erster Stelle haben wir Wasser, an zweiter Stelle Muskeln. Muskeln bestehen aus Aminosäuren, also letztlich aus Eiweiß. Dann haben wir an der dritten Stelle Körperfett. Dann kommen an der vierten Stelle Mineralstoffe. Damit sind Knochen, Skelett usw. gemeint und erst dann die Kohlenhydrate.

Wenn wir uns also die Reihenfolge noch mal anschauen aus dem Satz “Gib Deinem Körper, die Stoffe, sprich die Nährstoffe, in der Reihenfolge, aus denen er gesunderweise besteht”, dann haben wir Wasser, Eiweiß, Fett, Mineralstoffe, Kohlenhydrate. Und wenn ich jetzt die Mineralstoffe mal ausklammere und diese Pyramide umdrehe, dann haben wir oben Kohlenhydrate, dann Fett, unten Eiweiß und ganz unten hast Du das Wasser. Und ich behaupte, dass sich ein Großteil der Menschen, insbesondere in der westlichen Welt leider Gottes so ernährt. Wobei wir Menschen, insbesondere in der westlichen Welt, die Lebewesen auf dem Erdball sind, die unsere Nahrung frei wählen können. Wir entscheiden ja, was auf unserem Teller und letztlich in unserem Körper landet. Und da sind wir wieder bei der Dankbarkeit: Es gibt viele Menschen in anderen Ländern, denen das eben vergönnt bleibt. Insofern sollten wir ein bisschen dankbarer sein. #0:17:58.9#

Norman: Ja, das ist auf jeden Fall ein super Bild, auch mit der Pyramide, um das mal bewusst zu machen, dass zu viele Kohlenhydrate nicht gut sind.

Boris: Genau. Viele Leute wissen das ja auch. Es gibt eine Trinkformel: 30 bis 40 mm Wasser je Kg Körpergewicht am Tag. Zum Eiweiß sage ich: Gib jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle. Als Mann 2 gr. je kg Körpergewicht am Tag und als Frau 1,5 gr. Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag. Bitte von guter Qualität! Schaut, dass ihr da bewusst gut kauft. Beim Fleisch lebe ich zum Beispiel nach dem Motto “Lieber halb so oft, dafür doppelt so gut”, also nichts aus Massentierhaltung, sondern wirklich qualitativ gutes Fleisch. Dann ein letzter guter Tipp: Je angefangene 10 kg Körpergewicht, 100 gr. Gemüse täglich.

Bei 100 kg lässt es sich leicht rechnen, dann wären das 1 kg Gemüse. 1 kg Gemüse liefert gerade mal 200 Kalorien. Das ist sensationell. Gemüse ist im Prinzip buntes Wasser. Achtung: Pommes gehört nicht dazu! #0:19:08.8#

Norman: (lacht) Ich bin Vegetarier: Hast Du noch einen Tipp? Was ich zum Beispiel empfehlen könnte, wären rote Linsen – sehr cool! Die schmecken sehr geil und haben viele Proteine, aber hast Du noch einen Tipp, wo es noch Eiweißquellen für Vegetarier oder sogar Veganer herzubekommen sind?

Boris: Vegan – da bin ich kein Experte. Da gibt es andere. Da möchte ich mir auch nicht so viele Gedanken drüber machen, aber ich finde es gut, dass es Veganer gibt und auch Menschen wie Dich, die sich vegetarisch ernähren, weil ihr ganz klar ein Zeichen setzt in Richtung Tierschutz. Schade finde ich bei den Veganern zwei Dinge. Zum einen mag ich generell nicht, wenn Menschen militant werden. Wenn sie versuchen andere zu überreden. Das mache ich auch nicht. Die können zum Schluss machen was sie wollen. Die können zu meinen Infos sagen Boah, das war alles Mist oder sie können sagen Super, ich nehme mir ein, zwei Sachen mit. Das hat mir sehr gut gefallen!

Die zweite Sache ist, wenn Leute einfach einem Hype hinterherlaufen. Ich finde das gerade mit dem Vegan ist im Moment ein Hype und diese Menschen, die dann einfach vegan essen, wo vegan drauf steht, die dann trotzdem im Prinzip Fast Food essen, das finde ich irgendwie traurig. Und wenn sie sich dann nicht mit ihrem Körper auseinandersetzen und ihnen nicht bewusst ist, dass sie beispielsweise einen Vitamin B12 Mangel eingehen; dass sie die Eiweißmengen nicht so richtig reinkriegen.

Da möchte ich nur sagen: Bitte nicht militant sein und beschäftige Dich mit Deinem Körper. Laufe keinem Trend hinterher. Beschäftige Dich mit dieser Ernährungsform. Wenn Du sie dann machen möchtest, dann ist das super!

Und vegetarisch: Ich habe mit meiner Frau ganz viele vegetarische Tage. Wir reden oft darüber, dass es eigentlich cool wäre, sich vegetarisch zu ernähren. Wir essen leider Gottes gerne Fleisch und dann ab und zu von guter Qualität. Um deine Frage noch zu beantworten: Eine perfekte Quelle für einen Vegetarier sind Eier. Gute Eier vom Biobauernhof oder so. Sensationell. Eier. Tip-Top. Eine sehr gute Eiweißquelle. Und bitte auch das Eigelb mitessen! Da steckt nämlich mehr Eiweiß drin, als im Klar. Gerade an den Fleischfreien Tagen gibt es bei uns Quarkspeisen und auf jeden Fall Eier. #0:21:34.4#

Norman: Sehr cool. Ich teile Deine Meinung auch. Militant, und da ist es eigentlich völlig egal aus welchem Lager derjenige kommt, das braucht kein Mensch. Und ich finde das ist eine ganz wichtige Botschaft, was Du gesagt hast und das ist, sich mit veganer oder vegetarischer Ernährung zu beschäftigen heißt, wirklich nicht einem Trend hinterherlaufen, sondern sich wirklich damit zu beschäftigen. Da muss ich mich wirklich mit meiner kompletten Ernährung, mit meiner inneren Konditionierung auseinandersetzen. Das machst Du nicht mal eben mit “Ich lasse mal Fleisch weg und alle Milchprodukte”, sondern da musst Du Dir wirklich Gedanken machen und kochen lernen.

Boris: Ich wollte es gerade sagen.

Norman: Da kann glaube ich eine Menge schiefgehen. Das ist guter Input an der Stelle.

Boris: In diesem Zusammenhang poppt bei mir gerade ein Erlebnis auf, was ich hatte. Ich schaue mir vegane Produkte weniger an. Bei Facebook bin ich ja sehr aktiv und da habe ich eine Gruppe, die heißt Fabelhaft Fit Bewusst gut leben, das ist eine geschlossene Gruppe und da läuft gerade eine Ernährungs-Challenge und auch eine Liegestütz-Challenge. Da sind schon 500 Leute dabei, die schwer mitmachen. Und dann habe ich schon das ein oder andere Foto gesehen von einem veganen Produkt und ich war erstaunt, was es da auf dem Markt gibt. Wenn ich mir da die Zutatenliste anschaue… Die Challenge ist jetzt im September und geht darum gänzlich auf Zucker zu verzichten. Und dann postet jeder seine Zutatenliste von den Produkten. Deswegen sagte ich das mit dem veganen Fast Food. Ich dachte, Veganer die sich wirklich damit beschäftigen, die kaufen nur frisch vom Bauern und bereiten sich tolle Sachen zu, aber da gibt es in der Tat vegane Fertiggerichte und das essen die Leute. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, wo ich dachte “Sorry!” Das verstehe ich jetzt nicht. Das passt nicht für mich zusammen. Nee. Das konnte ich nicht nachvollziehen, aber das nur so als Hinweis. Vielleicht sollte man mal auf das Produkt drauf schauen. #0:23:42.3#

Norman: Ja, ich glaube es gibt auch andere, aber ich finde, wie Du sagst, dieses industriell hergestellte vegane und auch vegetarische Thema ist sowieso der Hype, auf den die Industrie aufspringt und dann soll es ja immer noch schnell, schnell gehen. Das ist ja der Trugschluss. Mir hat die vegetarische Ernährung gezeigt – und ich koche gerne; das ist auch ein Hobby von mir – dass man sich mit Lebensmitteln beschäftigen kann, wenn man Spaß daran hat. Deswegen kann ich auch Dein Thema bewusste Ernährung super teilen. Man erlebt das Kochen und das Essen einfach völlig neu, wenn man sich einfach damit beschäftigt, völlig egal, welche Ernährung jetzt favorisiert wird.

Aber was Du gerade zum Thema Zucker gesagt hast: Zuckerverzicht – Super spannende Geschichte, weil es ist ja fast überall Zucker drin!

Boris: Exakt. In 80% aller Lebensmittel. Du hast das eben sehr schön gesagt. Du hast Lebensmittel gesagt, weil Du kochst Lebensmittel. Das schreibe ich auch in meinem ersten Buch. Der Unterschied zwischen Lebens- und Sättigungsmittel. Lebensmittel, das ist etwas, was vor kurzem noch irgendwo in natürlicher Form gelebt hat. Das sind die Dinge, die wir vorne im Eingangsbereich vom Supermarkt findet, wie Gemüse oder auch gutes Fleisch. Und die Sättigungsmittel sind industriell verarbeitete Nahrungsmittel, die zum größten Teil, nämlich 80% enthalten. Und viel Zucker versteckt sich auch hinter diesen ganzen -ose Endungen, um nicht immer Zucker benennen zu müssen. Das ist schon spannend. Und was da Leute, gerade in diesem Monat, bei Facebook schon die Augen geöffnet hat, das ist schon wirklich spannend, da wirklich mal drauf zu achten. Ich beschreibe ja auch, was bei Zucker der Nachteil ist, weil dieser Haushaltszucker besteht zu 50% aus Fruktose und Fruktose in hohen Mengen, kann dauerhaft auch zu einer Fettleber führen. Ich möchte das jetzt nicht vertiefen. Wen das interessiert, der kann auf meine Homepage gehen, da gibt es im Downloadbereich einen Artikel darüber. #0:25:51.6#

Norman: Sehr cool, super! Boris, was mich im Informationszeitalter beschäftigt, in Zeiten der Digitalisierung, Thema Stress. Wie beobachtest Du, dass durch den Medienkonsum, durch die Nutzung digitaler Medien das Stresslevel ansteigt und dass die Leute dafür Lösungen suchen; dass sie irgendwie damit umgehen oder das durch Ernährung und Fitness kompensieren? Wie nimmst Du das wahr?

Boris: Ein tolles Beispiel ist natürlich, dass alles viel schneller geworden ist. Wir sind schneller erreichbar. Aktuellen Studien zufolge daddeln wir 158 Minuten am Tag inzwischen auf unseren Smartphones rum. Also, es ist völlig verrückt geworden. Durch dieses immer wieder erreichbar zu sein… ich finde auch diese Uhr von Apple schick und schön, aber ich kriege es in Seminaren oft mit. Da ist ja häufig Handyverbot und jetzt daddeln sie auf ihren Uhren rum. Also sind sie auch da immer wieder erreichbar brr brr brr. Das macht einfach Stress bei uns. Einfach mal dieses Entschleunigen, einfach auch mal das Telefon beiseite legen. Ich schließe mich da auch nicht aus, mir geht es genauso.

Wenn wir im Urlaub sind fällt es mir echt schwer das Telefon mal im Safe zu lassen und einfach mal nicht drauf zu schauen. Das ist das eine und das andere ist die damit einhergehende mangelnde Bewegung. Es gibt diese schöne Bauernweisheit: Dem Stress davonlaufen. Und viele Menschen entledigen sich dem heutigen Stress nicht mehr.

Zum einen gibt es ganz verschiedene Stressformen, das beschreibe ich auch in meinem Buch und zum anderen, war ja, wenn wir uns den Stress anschauen in der Urzeit, beispielsweise ein Angriff von wilden Tieren, vom Säbelzahntiger als Beispiel. Und reagiert haben wir in der Form, dass wir entweder weg gesprintet sind oder wir mussten hochintensiv kämpfen. Also die Reaktion auf Stress in der Urzeit war immer körperlich und das hochintensiv.

Heute haben wir andere Stressfaktoren, aber der staut sich in den Menschen immer weiter. Und viele schaffen sich kein Ventil, weil sie keinen Sport machen – deswegen auch mein 8 Minuten Workout und ich vergleiche es ganz gerne immer mit der Tierwelt. Wenn wir ein Kaninchen in die Enge treiben, in eine Sackgasse jagen, dann wird es möglicherweise an seinem Stress verenden, wenn es keine Chance hat dieser Sackgasse zu entfliehen.

Und viele Menschen befinden sich schon auf dem Weg in eine solche Sackgasse bis sie irgendwann dann im Burnout oder in einer Depression landen und da ist zum Beispiel mal drüber nachzudenken, mal zu entschleunigen, sich mehr zu bewegen, bewusster zu ernähren, mehr Bewusstsein in seinem Leben zu entwickeln. Das finde ich, ist der gute Ansatz. #0:28:44.0#

Norman: Ja, ein super Ansatz, absolut! Was ich zum Beispiel auch beobachtet habe ist, dass wir gerade durch die Digitalisierung viel parallel machen. Wir sind eigentlich nicht multitaskingfähig und laufen zum Bus und schreiben parallel ein Posting. #0:29:00.0#

Boris: Auch Frauen nicht!

Norman: Auch Frauen nicht, gell. Es hat nichts mit uns Männern zu tun (lacht). Da gibt es auch so einfache Methoden, um das mal selber herauszufinden. Und ich glaube, dieses Dinge nacheinander machen, schafft Bewusstsein; Dinge parallel immer zeitgleich machen zu wollen, wie ich beantworte schnell noch eine E-Mail, während ich an der Ampel mit dem Auto warte oder so, bin ich nicht mehr achtsam oder sowas, dann ist das auch wieder ein Stress, der sich über den Tag aufbauen kann. Du hast vorhin über Vermeidungstechniken gesprochen. Kannst Du uns eine Stressvermeidungstechnik verraten? #0:29:40.9#

Boris: Für mich die wichtigste – die hatten wir schon im Nebensatz mehr oder weniger angesprochen ist, unser Berufsleben. Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir im Beruf. Und wenn Du mich – ich nehme mich mal als Beispiel – in ein Büro stecken würdest als einzelnen Mensch mit einer Excel-Tabelle, dann dürfen in diesem Raum keine Heizungsrohre an der Decke hängen, wenn Du verstehst, was ich meine.

Norman: (lacht)

Boris: Das wäre für mich so ein Stress! Ich würde wirklich die Minuten zählen und das wäre wirklich so ein Job, wo ich Sonntags Abends schon die Augen nicht zu bekomme, weil ich denke, morgen geht der Scheiß schon wieder los. Sorry. Das wäre für mich eine Katastrophe, während andere Menschen, wenn Du denen sagst “Hey Du, Excel. Hol mal Deine Excel-Tabelle raus, ich stell Dich hier auf die Bühne und halte mal vor 500 bis 700 Leute einen Vortrag”, dann würde der wahrscheinlich im Stress verenden, wenn Du verstehst, wie ich das jetzt meine.

Eines der größten Geschenke ist es, den Beruf zu finden, der einem Spaß macht. Als ich mein zweites Buch geschrieben habe, ein Kapitel widme ich dem – also dem Stressbuch mit dem 8 Minuten Workout – da bekam ich eine Zuschrift von einer Leserin “Boris, Danke, Du hast mir die Augen geöffnet. Ich habe meinen Job gekündigt” und ich so “Aarrgh, hoffentlich geht das gut!” Und es ist gut gegangen. Sie ist total aufgegangen. Das ist eine Facebook Freundin und mit ihr bin ich immer noch befreundet. Jetzt schreiben wir nicht mehr, aber zu der Zeit haben wir viel geschrieben, dass sie jetzt wirklich in ihrem neuen Job aufgeht und das ist glaube ich die wichtigste Entscheidung.

Und – jetzt fällt mir in dem Zusammenhang noch etwas ein, was nicht einfach ist – aber, sich eher mit positiven Menschen zu umgeben. Wenn ich nur mit Menschen zu tun habe, die permanent jammern, dann zieht Dich das auch runter. Das ist vielleicht auch noch eine Vermeidungstechnik. Einfach Herr und Meister seines Lebens zu sein und zu sagen, mit diesen Menschen beschäftige ich mich einfach weniger. Wenn es Familie ist, ist es schwer. Es geht auch, aber da muss man gucken. Das wäre noch so ein Tipp. Also sich eher mit positiven Menschen zu umgeben. Mich motiviert es immer wieder mit Menschen zusammen zu sein, die auch positiv sind. Die sind einfach toll! #0:31:52.1#

Norman: Absolut, das sind zwei wirklich wertvolle Tipps. Es gibt ja diesen Ausspruch “Die fünf engsten Personen, die Dich umgeben, die beeinflussen Dein Leben”. Wenn Du mit fünf depressiven Menschen zu tun hast, dann ist klar, was in Deinem Kopf passiert.

Boris: Exakt.  

Norman: Super, sehr cool! Jetzt bist Du am Ende des Tages natürlich auch Unternehmer und was mich in den Podcast-Interviews immer interessiert ist, wie treffen Unternehmer Entscheidungen? Jetzt die Frage an Dich: Wie triffst Du Entscheidungen? Was hilft Dir dabei Entscheidungen zu treffen?

Boris: Ich bin ein Bauchmensch. Von der Entscheidung zum Beispiel eine Immobilie zu kaufen oder ein anderes Auto zu wählen oder beim Abendessen: Esse ich lieber eine Pizza oder mal Nudeln? Keine Ahnung, nur um ein Beispiel zu nennen. Es sind ja sehr viele unterschiedliche Entscheidungen. Aber ich höre ganz viel auf meinen Bauch. Klar auch rational. Das Schöne ist, dass ich mit meiner Frau auch viele Entscheidungen zusammen treffe. Sie ist ein sehr rationaler Mensch, während ich sehr emotional bin und das kann natürlich in der Entscheidungsfindung häufig etwas dauern, wenn das für uns ist. Aber es ist dann häufig auch das Richtige.

Ich bin ein Typ, der aus dem Bauch heraus sehr schnell entscheidet und wenn das im Nachhinein eine falsche Entscheidung war, dann mache ich mir da keine Vorwürfe, weil es zu dem Zeitpunkt als ich die Entscheidung getroffen habe es für mich die richtige war. Dann sage ich mir, auch wenn das negativ war; wenn das ein Fehler war, dann nehme ich diesen Fehler an und sage mir, für irgendwas wird es gut gewesen sein. Und wenn ich nur daraus gelernt habe. Das ist auch so etwas. Wenn Du einen Fehler gemacht hast, dann analysiere ihn, überleg was Du daraus gelernt hast und hake ihn ab. Das Schlimme wäre es da jahrelang diesem Fehler nachzueifern. Das ist in der Vergangenheit, den können wir nicht mehr ändern. Wir können nur schauen, dass wir in der Zukunft nicht wieder irgendsowas anstellen.

Ich habe auch neulich einen Post gemacht. Ich kriege ihn nicht 100% zusammen, aber da geht es darum, Fehler zu machen. Also, Menschen die unerfolgreich sind, haben Angst Entscheidungen zu treffen oder Fehler zu machen, während der Erfolgreiche aus seinen Fehlern lernt. Deswegen lass uns rausgehen und möglichst viele Fehler machen. #0:34:19.0#

Norman: Ja, lass uns gegenseitig Fehler wünschen. Das ist im Übrigen – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die einzige Möglichkeit zu lernen und sich weiter zu entwickeln: Nämlich Fehler zu machen. Weil diese Erkenntnisse, die Du da gewinnst, die vergisst Du nie wieder.

Boris: Exakt, so ist es. Und dann bekomme ich auch irgendetwas aufgezeigt, an dem ich arbeiten kann.

Norman: Ja, absolut. Sehr schön. Gibt es derzeit ein Projekt, für das Du brennst? Gibt es ein Passion Project für Dich?

Boris: Ich habe eine ToDo-Liste und eine der ToDo´s ist noch mein eigenes Hörbuch. Wie viele jetzt hören komme ich aus Rheinhessen; geboren bin ich in der Landeshauptstadt von Rheinland Pfalz in Mainz und ich habe aufgrund meines Dialekts immer gedacht: Nein, mein Hörbuch sollte ein Externer, ein Profisprecher reden.

Jetzt ist es so, dass viele Zuhörer sagen “Mensch Boris, wenn ich von Dir vom Vortrag ein Hörbuch mitnehme, dann möchte ich im Auto auch Deine Stimme hören”. Ich habe mich jetzt entschlossen, mein aktuelles Buch “Fabelhaft, Fit und Schlank mit der 8 Diamanten Strategie” als Hörbuch selbst aufzunehmen und das soll noch dieses Jahr vor Weihnachten erscheinen. Das ist mein Herzensprojekt noch für dieses Jahr. #0:35:41.7#

Norman: Klare Empfehlung als Markenexperte an Dich: Mach es mit Deiner Stimme. Das ist Teil Deiner Marke, das ist authentisch, das bist Du. Und das ist sympathisch und klingt super cool.

Boris: Danke, Norman! Es muss nicht stimmen, aber es tut einfach nur gut.

Norman: (lacht) Nein, ich würde Dir schon sagen, wenn es nicht so wäre. Du hast im Vorgespräch noch über Crossfit gesprochen. Kannst Du uns dazu noch ein bisschen was erzählen, was das genau ist, was Du da machst?

Boris: Ja, das ist meine neue Leidenschaft. Crossfit ist ein Trend, der sich inzwischen auch in Deutschland, Europa, weltweit etabliert hat. Es gibt in jeder größeren Stadt eine sogenannte Crossfit Box, eine Crossfit Trainingsstätte, als nicht Fitnessstudio sondern Box. Und dort treffen sich immer Menschen zu einer gewissen Uhrzeit. Es gibt also Klassen, ähnlich wie beim Fitnessstudio, die dauern in der Regel eine Stunde. Da geht es los mit einem kurzen Warmup, etwas Mobility.

Dann kommt ein kleiner Kraftteil und dann geht es um sogenannte Workouts of the day, also WOTD. Das sind immer vorgegebene Übungen, die entsprechend entweder in Runden zu absolvieren sind; die in maximaler Geschwindigkeit letztlich zu absolvieren sind oder es gilt so viele Runden als möglich in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren – also immer wieder Übungen. Diese Übungen kommen aus dem olympischen Gewichtheben, die kommen von Turnvater Jahn – also Körpergewichtsübungen. Da ist auch mal Laufen dabei; da ist Seilspringen dabei; Klimmzüge und, und, und. Ganz tolle Übungen und ich gehe einfach leidenschaftlich in dieser Sportart auf, weil es dauert nur eine Stunde. Du bist hinterher fix und alle. Ich liebe es einfach! Das macht mir Spaß und ich habe gerade, wenn ich beruflich unterwegs bin und auch mal freie Tage dazwischen habe in der Stadt, die Möglichkeit in die nächste Box zu gehen. Die Leute dort sind immer sehr herzlich.

Fitnessstudio mache ich auch noch, weil das für mich nach wie vor die geilste Branche der Welt ist. Weil das Produkt der Fitnessbranche ist eben Gesundheit. Die Fitnessbranche ist ja schon lange besser als ihr Ruf. Ich mache auch noch regelmäßig in meinem Fitnessstudio meine Übungen, um zum Beispiel die Maximalkraft zu steigern, um im Crossfit wieder besser zu sein. #0:38:14.2#

Norman: Da gibt es übrigens ein sehr cooles Video bei YouTube. Hammerhart!

Boris: Echt?

Norman: Boris Schwarz in Action. Sehr cool.

Boris: Das ist ein paar Tage her. Ich mache das ja schon seit knapp 2011. 2012 haben wir das Video gemacht.

Norman: Aber sehr cool, um einfach mal einen Eindruck zu kriegen, was da abgeht. Boris, wir haben in den Podcast-Folgen immer eine Quick Q&A Session. Das heißt, ich stelle Dir ein paar Fragen hintereinander weg und Du antwortest ganz spontan, um in kurzer Zeit den höchsten Nutzen für unsere Hörer zu kriegen. Bist Du ready, wollen wir loslegen?

Boris: Das kommt jetzt sehr überraschend, da wusste ich nichts von. Da bin ich mal gespannt, ob ich der Spontane bin. Leg los! #0:38:55.7#

Norman: (lacht) Was hat Dich anfangs davon abgehalten Unternehmer zu werden?

Boris: Ganz klar: Die Existenzängste, die jeder Unternehmer kennt. Die Sicherheit aufzugeben, jeden Monat festes Geld auf dem Konto zu haben. Das ist ganz klar. #0:39:16.1#

Norman: Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf Dein heutiges Leben oder auf Dein Business?

Boris: Bücher! Da sind ein paar Bücher, die auf jeden Fall heute im Nachgang betrachtet mein Leben verändert haben. Ich nenne einfach mal ein paar: Dale Carnegie “Sorge Dich nicht, lebe”; “The Secret” ist für mich toll und was den Finanzbereich angeht, ist es beispielsweise von Robert Kiyosaki “Rich Dad, poor Dad” und im Zwischenmenschlichen Bereich ist es gar nicht so alt das Buch von der australischen Krankenschwester, die beschreibt die fünf Dinge, die Menschen am Ende ihres Lebens bereuen nicht getan zu haben. Das finde ich toll! Und um ein letztes zu nennen – ich könnte jetzt so weitermachen – “The big five for live”.  #0:40:19.3#

Norman: Kannst Du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was Du selbst einsetzt?  

Boris: Facebook. Facebook ist mein Kommunikationsmedium Nr. 1.

Norman: Welche drei Mobile Apps benutzt Du am Liebsten auf Deinem Smartphone?

Boris: Facebook, WhatsApp und Instagram.

Norman: Keine Fitness App? Also, keine, wo Du Deine Trainings dokumentierst oder sonst irgendwas?

Boris: Ganz ehrlich? das habe ich früher jahrelang getan. Ich habe eine zeitlang – ich bin da wie gesagt nicht so der Autodidakt, aber ich habe eine Zeit lang auch Triathlon gemacht, Sprint bis Iron Man, also alles gemacht und da habe ich lange Jahre lang sogar meine Ruheherzfrequenz jeden Morgen genommen und habe einen Index errechnet mit der Uhr. Da habe ich tatsächlich – halte Dich fest – eine Excel-Tabelle geführt. Ich habe sie gerne geführt. Ich konnte Dir zu dem Zeitpunkt sagen, mit welchem Rad ich wie viele Kilometer gefahren bin; mit welchem Laufschuh ich wie viele Kilometer gelaufen bin. Ich habe das alles protokolliert und heute… ich denke, man muss sowas eine Zeit lang machen. Es gibt eine App, die ich Menschen empfehle, die jetzt die Ernährung umstellen. Es gibt verschiedene Tracker, wo wir unsere Ernährung angeben können. Das ist FDDB und die lässt sich verknüpfen mit FoodDB – die gehört dazu – und dann kann ich ganz schnell meine Nahrungsmittel eingeben und habe am Tagesende genau die Übersicht, wie meine Nährstoffverteilung war in % – Kohlehydrate, Eiweiß, Fett? Wie viele Gesamtkalorien; wie viele Ballaststoffe etc. pp. So etwas finde ich ganz gut eine zeitlang zu machen, um ein Gefühl zu bekommen. Dann kann man es wieder eine Zeitlang sein zu lassen. Es gibt nichts was ich protokolliere. #0:42:43.8#

Norman: Das ist auch ein super Tipp. Ich mache das übrigens genauso, um sich bewusst zu machen, wie viel Power in Form von Kohlenhydraten hat zum Beispiel das, was ich gerade esse. Was hörst Du gerne für Musik, die Dich inspiriert oder vielleicht beim Training motiviert?

Boris: Auch da komme ich wieder zurück zu dem was Du vorhin gesagt hast, dass wir Menschen kein Multitasking können. Ich käme niemals auf die Idee, mir irgendwelche Stöpsel zu machen und in der freien Natur laufen zu gehen. Ich liebe es einfach dann die Natur wahrzunehmen, kreativ zu werden, meine Gedanken fließen zu lassen. In unserer Crossfit Box läuft viel Heavy Metal, mal Rap und so, aber da habe ich keinen Einfluss drauf. Das ist einfach so. Ich brauche im Sport keine Musik, ich brauche auch im Auto keine Musik. Mein Auto ist meine fahrende Bibliothek. Ich höre ganz viele Hörbücher im Auto.

Was ich sehr liebe ist die Richtung Ibiza Style Musik, also Café del Mar, auf der Terrasse sitzen, grillen, chillige Musik. Das liebe ich, das ist eher mein Ding. Ich bin weniger der – und in meinem Alter ja eh nicht mehr so – dass ich in Clubs rumziehe. Mucke die gut abgeht, finde ich auch gut, aber ich bin eher der Chiller mit Rotwein, schön grillen im Garten, das ist so… Café del Mar. #0:43:59.6#

Norman: Sehr cool! Boris, wir sind schon am Ende. Kannst Du uns zum Schluss noch einen Tipp mit auf den Weg geben, wie wir uns gesund ernähren oder bewusst ernähren, wie Du sagst, und fit bleiben?

Boris: Zum einen den Merksatz möglicherweise “Gib Deinem Körper die Nährstoffe in der Reihenfolge, aus dem er gesunderweise besteht”, mit den Tipps die ich vorhin schon gesagt habe: Wasser, Eiweiß und Gemüse. Gleichzeitig bitte Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind nicht alle schlecht. Ich verteufle sie nicht alle. Es gibt gute und schlechte. Das beschreibe ich in meinen Büchern.

Aber Zucker – Zucker reduzieren auf ein absolutes Minimum und den Rest schreibe ich in meinen Büchern. Und Bewegung! Bewegungsfallen meiden. Rolltreppen und Aufzüge meiden. Bewusster durch’s Leben gehen. Ich habe mich auch schon ertappt, dass ich plötzlich auf der Rolltreppe stand und dachte “Hey, warum habe ich das jetzt eigentlich gemacht?” Das läuft alles unterbewusst. Wir machen uns sehr wenig Gedanken darüber. Ich meide Aufzüge, es sei denn, ich habe schweres Gepäck dabei. Ansonsten auch mein Handgepäck kann ich die Treppe hochschleppen, meine Oberschenkel danken es mir. Also einfach mehr Bewegung in den Alltag einbauen. Und für den Rest habe ich Bücher geschrieben. Ich kann die Zuhörer nur gerne einladen, mal auf meiner Homepage reinzuschauen. Das ist übrigens www.boris-schwarz.de. Da gibt es zum einen einige interessante Dinge im Downloadbereich. Einfach mal die E-Mail Adresse da lassen, möglicherweise gleich für den Newsletter anmelden und in meinem Shop gibt es übrigens gerade ein kleines Angebot. Da gibt es ein Anti Stress Paket. Das hat einen Wert von 44,85 Euro inklusive Versand in Deutschland, das sind jetzt 30 Euro. Dieses Angebot läuft noch bis Ende September. #0:45:52.5#

Norman: Super! Boris, wir sind am Ende. Ich danke Dir vielmals für Deine Zeit und für die wertvollen Tipps für ein besseres, bewussteres Leben und freue mich, wenn wir uns das nächste Mal hören.

Boris: Danke Norman, es war mir ein inneres Blumenpflücken.

Norman: (lacht) Sehr schön! Das habe ich auch noch nicht gehört. Danke Boris, bis bald!

Boris: Alles Gute, bleib fabelhaft, fit und gesund! Tschüss!

Norman: Danke, Ciao!